Die Schule ist ein wichtiger Teil des Lebens von Kindern und Jugendlichen. Als Eltern wünschen wir uns oft, dass es einfacher wäre unsere Kinder zum Lernen und für die Schule zu motivieren. Schließlich wissen wir, dass es es ein gewisses Maß an Lernmotivation benötigt, um die Schule erfolgreich zu bewältigen. Und tatsächlich können wir als Eltern hier sehr gut unterstützen.
Die Quelle der Lernmotivation
Lernmotivation, wie auch jede andere Motivation kann aus vielen verschiedenen Quellen kommen. Zum Beispiel können Eltern, Lehrer:innen oder Freund:innen das Kind motivieren. Das nennt man extrinsische Motivation, weil sie von außerhalb kommt. Oft wird versucht diese extrinsische Motivation durch Belohnungen und Strafen zu stärken. Das funktioniert nachgewiesener Maßen aber nur schlecht und bestenfalls für kurze Zeit.
Intrinsische Motivation erwächst aus jedem Menschen selbst. Sie ist ein richtig guter Antreiber. Sie ist wichtig, weil sie einen Menschen, egal welchen Alters, dazu bringt, sein Bestes zu geben, Schwierigkeiten zu überwinden und gegebenenfalls auch mal hart zu arbeiten. Als Mutter oder Vater kannst du dazu beitragen, dass dein Kind ein gesundes Maß an intrinsischer Motivation zum Lernen und für die Schule aufbaut.
Lernmotivation benötigt eine Grundlage
Woher kommt Motivation eigentlich? Wann sind wir richtig motiviert? Was kann Kinder motivieren zu Lernen? Was braucht es, um Motivation aufzubauen? Motivation lässt sich nicht erzwingen, auch wenn das sowohl im Beruf als auch der Schule an vielen Stellen weiterhin versucht wird. Äußere Anreize, egal welcher Art, funktionieren nur äußerst schlecht als Motivatoren. Das heißt jedoch nicht, dass man Motivation zum Lernen nicht fördern kann.
Motivation entsteht, wenn bestimmte Grundvoraussetzung gegeben sind. Um Lernmotivation aufzubauen, darf das Kind sich weder überfordert noch unterfordert fühlen. Das heißt, es muss sich in der Lage sehen, die Aufgabe erfolgreich zu bewältigen. Außerdem muss es einen Sinn darin erkennen, die Aufgabe tatsächlich zu tun. Für Aufgaben, die ihm unwichtig erscheinen oder uninteressant, wird es sich nur schlecht motivieren können.
Es kann also ganz unterschiedliche Gründe dafür geben, warum dein Kind aktuell nicht zum Lernen motiviert ist. Möglicherweise fühlt es sich überfordert und traut sich nicht genug zu. Vielleicht ist es aber auch unterfordert und gelangweilt. Es sieht dann nicht ein, dass es die immer gleichen Aufgaben erledigen soll, die es längst kann. Oder vielleicht sieht es auch nur keinen Nutzen des Schulstoffes für das eigenen Leben.
Interesse an Schule und Lernen zeigen
Eltern, die ihre Kinder zum Lernen motivieren wollen, sollten deshalb zuerst einmal gut zuhören. Wenn du es bislang nicht getan hast, fang an, mit deinem Sohn oder deiner Tochter über die Schule zu sprechen. Höre gut zu, was sie dir erzählen, was sie beschäftigt, was ihnen wichtig ist. Vor allem lege deine Fokus nicht auf die Noten und die Leistung, sondern auf die persönlichen Erlebnisse. Die subjektive Sichtweise deines Kindes ist es, die dir am meisten Einblick in seine Welt gibt.
Schlechte Noten können ein Zeichen für Überforderung sein, müssen aber nicht. Auch bei objektiv ganz passablen Noten, kann dein Sohn oder deine Tochter sich in einzelnen Bereichen oder von der Schule an sich überfordert fühlen. Auf der anderen Seite muss ein subjektives Gefühl von Unterforderung und Langeweile nicht mit hervorragenden Noten einhergehen. Gerade wenn ein Kind schon seit einer Weile keine Motivation zum Lernen und für die Schule aufbringen kann, sind auch schlechte Noten bei unterforderten Kindern keine Seltenheit.
Wenn du mit ihm ins Gespräch gehst, wirst du nicht nur mitbekommen, wo du ansetzen kannst, um dein Kind zum Lernen zu motivieren, sondern unter Umständen verändern bereits die Gespräche etwas. Vor allem jüngere Kinder können im Gespräch besser begreifen, wofür schulische Inhalte wichtig sind und was es ihnen bringt zu lernen. Auch hilft es dem Kind, wenn es sich gesehen und wahrgenommen fühlt. Manche Blockade wird dem Kind selbst vielleicht erst im Gespräch bewusst.
Leistungsdruck vermindern
Ein Gefühl von Überforderung hat nichts mit fehlender Leistungsfähigkeit oder Leistungsbereitschaft zu tun. Häufig sind es überzogenen Erwartungshaltungen der Schule oder des Elternhauses, fehlende Anerkennung oder ein Gefühl abgewertet zu werden, die zur Überforderung führen. Das Kind hat den Eindruck nichts richtig oder gut genug zu machen.
In jedem Fall sind Eltern gut beraten, hier den Druck zu vermindern, der auf dem Kind lastet. Wie das aussieht, kann sehr verschieden sein, je nachdem, was es ist, das den Druck verursacht. Hat das Kind tatsächlich Schwierigkeiten den Schulstoff zu begreifen, kann es bereits genug sein, ihm bei seinen Hausaufgaben zu helfen, so dass es Erfolgserlebnisse bekommt. Diese sind wichtig für die weitere Lernmotivation und den Schulerfolg.
In allen anderen Fällen ist es weitaus wichtiger, dem Kind mit Wertschätzung zu begegnen, so dass es sich gewürdigt fühlt. Mit der Lehrerin solltet ihr in diesem Fall unbedingt ins Gespräch gehen, denn oft erlebt euer Kind die Schule und jede Bewertung völlig anders als die Lehrerin. Und vor allem solltest ihr ihm die Angst vor einer schlechten Note nehmen. Eine Note sagt nie etwas über die Person aus. Für viele Kinder fühlt es sich dennoch so an.
Anerkennung motiviert zum Lernen
Wenn ein Kind sich nicht ausreichend gewürdigt sieht, erlebt es das als Mangel auf seiner Seite (“nie ist es richtig, was ich mache”). Als Eltern könnt ihr hier Abhilfe schaffen, in dem ihr immer wieder betont, dass eure Zuneigung bedingungslos ist und nicht an bestimmte Leistungen gebunden. Natürlich solltet ihr das auch wirklich meinen.
Grundsätzlich ist jedes Mädchen und jeder Junge interessiert und möchte lernen. Vielleicht machen es ihm aber die Inhalte und die Methoden der Schule gerade sehr schwer. Deshalb ist es wichtig, dass ihr als Eltern nicht die Ergebnisse, die ihr als Noten zurückgemeldet bekommt, sondern den Weg betrachtet. Erfolgserlebnissen motivieren – nicht nur Kinder. Insbesondere wenn ein Kind wenig Erfolgserlebnisse hat, ist es essenziell, dass ihr als Eltern schon die Anstrengungen entsprechend würdigt.
Noten sind nicht mehr als eine subjektive und momentane Bewertung dessen, was jemand in einer konkreten Situation abrufen konnte. Sie sagen nichts über das tatsächlich vorhanden Wissen und noch weniger über die Fähigkeiten eines Menschen aus. Lasst euren Blick auf das Kind nicht von Schulnoten beeinflussen. Ihr wisst es schließlich besser.
Stärken und Interessen des Kindes fördern
Jeder Mensch kann manche Dinge besser und andere Dinge nicht so gut. Nun werden die Kinder in der Schule aber alle nach den gleichen Kriterien bewertet. Für manche ist das so, als würde man einen Fisch daran messen, wie gut er auf einen Baum klettern kann. Egal wie sehr sich dieser Fisch anstrengt, er wird nie wirklich gut sein.
Die Schule bietet insgesamt nur wenig Entfaltungsmöglichkeiten und diese nur in einem eng gesteckten Rahmen. Deshalb ist es so wichtig, dass die Kinder im privaten Umfeld die Chance bekommen, sich auszuprobieren und herauszufinden, was sie gern machen und was sie richtig gut können bzw. mit Freude sich aneignen wollen. Kinder kann man bei schulfernen Aktivitäten oft besonders gut motivieren und fördern.
Jedes Kind hat Stärken und ganz persönliche Interessen. Die meisten davon werden allerdings in der Schule nicht bedient und auch nicht entwickelt. Hier besteht aber die Chance auf großartige Erfolgserlebnisse und erhebende Erfahrungen, weshalb die Freizeit auf keine Fall den Schularbeiten zum Opfer fallen sollte. Mit ein wenig Unterstützung, klappt dann auch das schulische Lernen besser.
Lernmotivation vorleben
Kinder lernen am besten durch Beobachtung und Nachahmung. Was bedeutet das also, wenn du dein Kind zum Lernen motivieren möchtest? Das bedeutet, dass du selbst eine motivierte Lerner:in sein solltest. Wenn du selbst gern etwas Neues lernst, mit Begeisterung in die Arbeit gehst und morgens schon freudig dem Tag entgegenblickst, bringst du deinem Kind ganz nebenbei eine förderliche Haltung bei.
Wenn du nun aber deinen Job nicht liebst? Dann wirst du dienen Kindern nicht glaubwürdig vermitteln können, dass es anders ist. Versuche es deshalb am besten auch nicht. Dennoch kannst du in anderen Bereichen eine begeisterte Lerner:in sein und hochmotiviert neue Herausforderungen angehen. Lass deine Kinder daran teilhaben. Das hilft ihnen auch selbst ihre Vorlieben und Stärken kennen zu lernen.
Wenn du deinen Job nicht liebst, erkennst du vielleicht umso klarer, was die Gründe sind, wieso du dennoch jeden Tag hingehst. Auch damit kannst du deinen Kindern ein Vorbild sein. Schließlich sind Schule und Job nur Teile des ganzen Lebens. Die Erkenntnis, dass man etwas tut, weil es einem späteren Ziel dient oder weil man aktuell einfach keine Alternative gefunden hat, kann für dein Kind sehr erhellend sein.
Eigenverantwortung stärken, intrinsischen Motivation fördern
Du kannst dein Kind in vielen Punkten unterstützen, ihm helfen Motivation zum Lernen zu finden und damit auch die Motivation für die Schule zu stärken. In letzter Konsequenz wird dein Kind aber irgendwann selbst die Verantwortung übernehmen müssen. Das ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen funktioniert.
Umso früher du anfängst, die Eigenverantwortung deines Kindes zu stärken und vor alle auch selbst zu respektieren, um so früher entwickelt es eine intrinsische Lernmotivation und eigene Ziele. Du kannst dadurch Ressourcen freisetzen, die du für dich, deinen Job, deine Interessen nutzen kannst.
Wenn du zwar siehst, dass dieser Weg der richtige für euch ist, du aber unsicher bist, wie ihr das umsetzen könnt, dann melde dich. Ein 30-minütiges Kennenlerngespräch ist in jedem Fall kostenlos. Mit unserer Begleitung schaffst du es, dem Schulstress endlich ein Ende zu bereiten.





