Titel - Wie kann man Stress in der Schule vermeiden; Inhalt - gestresster Junge im Klassenzimmer vor einer Wand

Wie kann man Stress in der Schule vermeiden

Stress in der Schule und bei den Hausaufgaben kennt wohl jeder. Er ist ein ungewollter Alltagsbegleiter, der uns das Leben schwer machen kann. Dabei muss es nicht so sein – in diesem Beitrag erfährst du mehr über den Mythos und die Realität des Schulstresses und wie du ein Zuviel an Stress in der Schule vermeiden kannst.

Warum ist Schule so stressig

In der heutigen Welt ist Schule ein Ort, an dem viele Menschen Stress erleben. In unserem Regelschulsystem müssen SchülerInnen viele verschiedene Fächer belegen und eine große Zahl von Prüfungen und Leistungskontrollen absolvieren, was sie nicht selten überfordert.

Gleichzeitig werden sie aufgrund der Leistungsorientierung immer wieder mit dem Gefühl konfrontiert, nicht gut genug zu sein. Auch die ständige Konkurrenz unter SchülerInnen trägt dazu bei, dass Stress in der Schule entsteht. Dadurch können viele Kinder und Jugendliche ihre Freude an der Schule verlieren.

Was ist Stress überhaupt

Grundsätzlich ist Stress nichts Schlimmes. Es gibt auch durchaus positiven Stress. Den hast du, wenn du zum Beispiel Achterbahn fährst, oder wenn du ganz fokussiert tief in eine Arbeit oder Aufgabe eintauchst, die sich fesselt und begeistert. Positiver Stress setzt viele Energien frei und bringt dich auf Hochtouren. Er wird auch Eustress genannt.

Im Gegensatz dazu bremst dich negativer Stress aus. Es ist, als würdest du Fahrrad fahren, aber während des Tretens ständig bremsen. Es ist super anstrengend, du kommst nicht wirklich voran und am Ende bist du richtig müde und erledigt. Negativer Stress wird auch Distress genannt.

Woher der Stress kommt

Stressreaktionen erfüllen eine lebenswichtige Aufgaben, nämlich uns vor Gefahr zu schützen. Unser Körper setzt dabei Hormone wie Adrenalin frei, was unseren Herzschlag beschleunigt und die Muskeln anspannt. Diese körpereigenen Kräfte helfen uns entweder, umgehend zu fliehen oder uns der Herausforderung vor Ort zu stellen!

In der heutigen Zeit brauchst du nicht mehr davon zu laufen oder dich wirklich zu verteidigen! Wir müssen keine Säbelzahntiger mehr fürchten, aber dafür vielleicht die nächste Matheprüfungen! Doch sieh es mal positiv: Wenn du dich bedroht beim Lernen fühlst, hat dein Körper schon alles vorbereitet. Du bist also kampfbereit und in Topform – lass die Prüfung ruhig kommen!

Wann ist der Stress zu viel?

Es ist völlig normal, dass Schule manchmal stressig ist. Tatsächlich ist es sogar gesund, ein gewisses Maß an Stress zu haben, da es uns motiviert und antreibt. Allerdings gibt es auch einen Punkt, an dem der Stress zu viel wird und unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden beeinträchtigt.

Einige Anzeichen dafür, dass der Stress zu viel wird, sind: Schlaflosigkeit, ständige Müdigkeit, Nervosität und Anspannung, Reizbarkeit und Gereiztheit, Verdauungsprobleme oder Appetitlosigkeit. Wenn du eines oder mehrere dieser Symptome an dir entdeckst, solltest du versuchen, weiteren Stress in der Schule zu vermeiden oder zu reduzieren.

Wann Stress sogar gefährlich wird

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, wie viel Stress sie in ihrem Leben haben. Sie leiden unter chronischem Stress und merken es oft gar nicht. Der Körper befindet sich dennoch dauerhaft in Alarmbereitschaft. Wenig verwunderlich, dass sich dieser Zustand negativ auf die Gesundheit auswirken kann.

Er kann das Immunsystem schwächen, den Blutdruck erhöhen und zu Schlaflosigkeit führen. Langfristig kann der Stress somit zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und sogar Krebs führen. Aber keine Sorge, dieser Zustand ist vermeidbar!

Kann man von der Schule krank werden?

Immer häufiger hört man auch, dass Schule krank machen würde. Das möchte ich aber gern etwas differenzierter betrachten. Wie wir gesehen haben, kann Stress die Ursache verschiedene körperliche und psychischer Symptome sein. Woher der Stress dabei kommt ist letztlich egal, also kann dich auch Schulstress krank machen.

Andererseits verhält sich Stress nicht wie ein Virus in deinem Körper, das sich unbemerkt ausbreitet bis du plötzlich Fieber, Husten oder Halsweh bekommst. Nein, Stress entsteht aus einem Zusammenspiel äußerer Stressoren, wie Prüfungen oder ungerechter Lehrer, und deinem Umgang damit.

Diesen Umgang kannst du zum Positiven verändern. Du hast selbst die Möglichkeit zu verhindern, dass die Schule dich überhaupt krank machen kann. Was du dafür brauchst, ist das Wissen um hilfreiche Strategien und ein wenig Übung, um allzu großen Stress in der Schule zu vermeiden.

Was hilft gegen Schulstress?

Es gibt viele Tipps und Tricks, um den Stress in der Schule und beim Lernen zu kontrollieren. Einige Möglichkeiten hierzu sind: Sport treiben oder regelmäßig Bewegung in deinen Alltag integrieren, Meditation oder Atemübungen praktizieren sowie ausreichend Schlaf bekommen. Und nicht zu vergessen: Spaß haben und genießen.

Genügend Schlaf hilft dir grundsätzlich, mit Druck und Anspannung gelassener umzugehen. Und auch die anderen Ansätze, die weitgehend einen gesunden Lebenswandel widerspiegeln, unterstützen dich in vielen Bereichen, dich wohler zu fühlen und eine gute Stressresistenz aufzubauen.

Entspannung lernen

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, sich zu entspannen. Für manche Menschen hilft Sport, für andere Lesen oder das Hören von Musik. Auch klassische Entspannungsverfahren wie autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder die Atemtechnik nach Buteyko können helfen.

Bewegung und Sport helfen dir akut den Stress zu vermindern, in dem Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol schneller abgebaut werden. Das heißt, du fühlst dich rasch besser. Auch Entspannungsübungen kannst du anwenden, um akuten Stress in den Griff zu bekommen, insbesondere einfache Atemübungen in Prüfungssituationen.

Entspannungsverfahren und auch Meditationsübungen entfalten ihre volle Wirkung vor allem in der Vorbeugung. Wenn du regelmäßig eine dieser Methoden praktizierst, kannst du von vornherein typische Stresssymptome vermeiden. Auch in der Prüfungsvorbereitung und beim Lernen profitierst du, da du dich besser konzentrieren kannst.

Was essen gegen Stress?

Um richtig arbeiten zu können, benötigt dein Gehirn Energie. Diese kann es tatsächlich nur in Form von Zuckern aufnehmen. Das bedeutet aber keinesfalls, dass du Traubenzucker oder Schokolade essen musst, um den Stress in der Schule zu vermeiden. Ganz im Gegenteil!

Wenn der Blutzuckerspiegel schnell steigt, fühlst du dich unkonzentriert, schwerfällig und unter Umständen hyperaktiv. Das hilft dir gar nicht gegen den Stress. Du solltest darauf achten, gesunde Lebensmittel zu essen, die den Blutzuckerspiegel langsam steigen und wieder abfallen lassen, wie Gemüse oder Vollkornprodukte.

Auch von all den Superfoods und Brainfoods kannst du getrost die Finger lassen. Sie kosten viel Geld und bringen gar nichts, was eine ausgewogene Ernährung nicht auch leisten könnte. Egal was die Werbung verspricht, du kannst dich nicht einfach stressfrei essen.

Druck raus nehmen

Die Schule ist ein Ort, an dem Menschen lernen, sich anzupassen und Druck auszuhalten. Es gibt jedoch einige Dinge, die du tun kannst, um den Druck in der Schule zu reduzieren. Zunächst solltest du versuchen, deine Erwartungen an dich selbst nicht zu hoch zu setzen. Du bist ein Mensch und kannst nicht alles richtig machen. Sei also nicht so hart zu dir selbst.

Zweitens solltest du lernen, “nein” zu sagen und Prioritäten zu setzen. Du musst nicht jedem und allem zustimmen. Wenn du dich überfordert fühlst oder etwas nicht tun willst, entscheide dich auch mal dagegen. Du wirst sehen, die Welt geht davon nicht unter, aber du wirst selbstbestimmter.

Drittens solltest du versuchen, deinen Fokus auf positive Dinge in deinem Leben zu richten. Suche nach Hobbys oder Aktivitäten, die dich glücklich machen, tu insgesamt mehr von den Dingen, die du gut kannst und richte deine Aufmerksamkeit weniger auf deine Defizite. Dann wirst du auch gelegentliche Fehlschläge viel besser verkraften.

Mit Überforderung umgehen

Wenn du dich hie und da in der Schule überfordert fühlst, bist du keinesfalls allein damit. Es ist absolut in Ordnung. Es sollte allerdings nicht zum Dauerzustand werde, deshalb versuche, möglichst frühzeitig etwas dagegen zu unternehmen. Beginne damit, deine Aufgaben zu priorisieren und dich auf die wichtigsten zu konzentrieren. Du musst schließlich nicht alles auf einmal erledigen.

Nimm dir außerdem regelmäßig Pausen, um dich zu entspannen und neue Kraft zu schöpfen. Geh an die frische Luft oder mach ein Nickerchen, wenn es möglich ist. Damit Lerninhalte sich festigen können und du außerdem auch dauerhaft leistungsfähig bleibst, sind Pausen mindestens so wichtig wie Lernzeiten.

Wenn du nicht weiter weißt, suche dir Hilfe. Auch die Überlegung, die Schule zu wechseln, sollte unbedingt im Rahmen der Möglichkeiten sein, wenn du dich oft überfordert fühlst. Einen möglichen Schulwechsel solltest du dabei als Chance begreifen, nicht als Versagen.

Prüfungsangst als Stressor

Viele SchülerInnen sind vor allem beim Lernen und in Prüfungen sehr gestresst, ohne dass sie objektiv vom Stoff überfordert wären. Oft liegt hier eine Prüfungsangst zugrunde, bei der es sich im psychologischen Sinne um eine soziale Bewertungsangst handelt.

Diese kann sehr belastend werden, die eigenen Leistungsfähigkeit massiv beinträchtigen und schließlich auch den Prüfungserfolgen im Weg stehen. Hier kannst du mehr zum Umgang mit Prüfungsangst erfahren

Wenn die LehrerInnen stressen

Dein Mathelehrer schreit schon wieder rum und bei deiner Deutschlehrern weißt du eh nie woran du bist. Manche Dinge, vor allem auch die Menschen in der Schule kannst du nicht ändern. Du kannst nur akzeptieren, das sie so sind und deinen Umgang anpassen.

Cholerische, reizbare LehrerInnen gibt es, das soll aber nicht dein Problem sein. Nimm ihr Verhalten nicht persönlich, sondern mach dir bewusst, dass sie diejenigen sind, die ein Problem haben.

Anders sieht es aus, wenn jemand dir gegenüber unfair oder herabwürdigend ist. In diesem Fall solltest du den zusätzlichen Stress auf dich nehmen und dagegen vorgehen. Es steht dir hierfür ein Netzwerk auf Verbindung- und Beratungslehrern zur Verfügung.

Deine Haltung zu verändern, bedeutet, gelassener zu werden, aber nicht, dir alles gefallen zu lassen. Lerne zu unterscheiden, wann du am besten einfach weghörst und wann du dich wehrst. Beides hat seine Berechtigung.

Was kann man sonst noch tun?

Hier habe ich nur ein paar Tipps gesammelt, die dir helfen können, Stress in der Schule zu vermeiden. Allerdings wirken sich Stress und Druck bei jedem Menschen auf verschiedene Art aus. Entsprechend gibt es auch eine Menge verschiedener Dinge, die du tun kannst, um Stress in der Schule zu vermeiden.

Sport, Entspannung und gesunde Ernährung sind zwar wichtig, aber es gibt noch viele andere Dinge, die du tun kannst. Du kannst zum Beispiel versuchen, deine Lernmethoden zu verbessern oder dich mit Freunden und Familie über deinen Stress auszutauschen.

Auch positive Selbstgespräche können helfen, den Stress abzubauen. Also probiere einfach ein paar verschiedene Dinge aus und finde heraus, was am besten für dich funktioniert.

Wer kann mir helfen?

Stress in der Schule ist unangenehm und auf Dauer auch nicht gesund für dich. Oft kannst die ihn jedoch schon mit ein paar einfachen Tricks in den Griff bekommst. Doch manchmal ist er sehr groß oder er bleibt über lange Zeit. Dann solltest du dich um ihn bzw. um dich kümmern, damit es dir bald wieder besser geht.

Auf keinen Fall musst du deinen Stress allein durchstehen. Du kannst dich an FreundInnen oder deine Eltern wenden. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass sie ein paar gute Ideen zum Umgang haben oder dich bereits das Gespräch schon beruhigt.

Wenn du allein nicht weiterweißt, kannst du dich auch immer an Beratungs- oder VertrauenslehrerInnen wenden oder auch an eine Psychologin. Neben den Schulpsychologinnen gibt es auch andere, die sich auf Schulstress und Lernschwierigkeiten spezialisiert haben. Oft braucht es keine Therapie, sondern nur eine psychologische Beratung.

Fazit

Stress in der Schule ist nicht Ungewöhnliches. Wenn er aber zu viel oder zu belastend wird, solltest du etwas unternehmen. Neben einem gesunden Lebensstil können dir Entspannungsverfahren, Atemübungen und ein unterstützenden Umfeld helfen, ein Zuviel an Stress in der Schule zu vermeiden.

Photo von Rido über Canva.com